Wasser, Risiko und das Gemeinsame

6. August 2026

Ein Interview über Wasserknappheit in Österreich - auf den ersten Blick nichts für die Website eines Versicherungsmaklers. Auf den zweiten schon. 

Der Ökologe Christian Griebler spricht über den Sommer 2026: Rekordhitze, Dürre, Waldbrände in Spanien und Frankreich, Niedrigwasser an der Donau. Für die erste Hitzewelle im Juni weist die Statistik Austria rund 20 Prozent mehr Sterbefälle aus. Und dann kommt der Punkt, der mich am meisten überrascht hat: Ausgerechnet Österreich, eines der wasserreichsten Länder Europas, bekommt ein Wasserproblem.

Drei Dinge, die bei mir hängen geblieben sind

Das Bild mit der Gießkanne. Die schmelzenden Gletscher speisen unsere Bäche den ganzen Sommer über - und trotzdem sinken die Pegel. In zwanzig, dreißig, vierzig Jahren ist die Gießkanne leer. Was wir heute erleben, ist also nicht der schlechte Zustand. Es ist der noch komfortable.

Die begradigten Flüsse. Wir haben sie in Kanäle gelegt, um uns vor Hochwasser zu schützen. Damit befördern wir das Wasser aber auch mit maximaler Geschwindigkeit aus dem Land hinaus, statt es versickern und die Speicher füllen zu lassen. Der Schutz vor dem einen Risiko hat ein anderes vergrößert. Das kenne ich aus meiner Arbeit.

Die Idee mit dem Bauern. Statt immer höhere Dämme zu bauen, könnte man mit Landwirten vereinbaren, dass bestimmte Felder im Ernstfall geflutet werden - und sie dafür entschädigen. Es ist dasselbe Geld, das der Katastrophenfonds ohnehin auszahlt. Nur wäre der Fluss entschärft, das Wasser in der Landschaft und der Grundwasserspeicher gefüllt.

Warum das hier steht

Versicherung ist das Werkzeug, mit dem ein Einzelner tragen kann, was er allein nicht tragen könnte. Das funktioniert, solange der Schaden die Ausnahme bleibt. Genau an dieser Stelle wird das Interview für meine Arbeit relevant.

Wenn Starkregen, Dürre und Überschwemmung vom Ausnahmefall zum Normalfall werden, verschiebt sich die Rechnung: Prämien steigen, Sublimits werden enger, einzelne Risiken sind irgendwann gar nicht mehr versicherbar. Die Anfänge davon sehen wir längst - beim Elementarschutz etwa, wo Deckungssummen und tatsächliches Risiko oft nicht mehr zusammenpassen.

Daraus folgt für mich zweierlei. Absicherung ist wichtiger denn je. Und sie ist kein Ersatz. Eine Polizze macht einen Schaden bezahlbar, sie verhindert ihn nicht. Wer mich beauftragt, kauft deshalb nicht in erster Linie eine Deckung, sondern eine Einschätzung: welches Risiko real ist, was es kostet, wenn es eintritt, und was sich vorher tun lässt.

Hier der Hinweis und Link zu meinem Artikel vom August 2025 mit dem Titel Starkregen, Rückstau und Oberflächenwassser - Elementarschutz rechtzeitig prüfen

Es gibt aber noch eine Ebene, die keine Polizze abdeckt. Wasser, Boden, Klima kann niemand für sich allein absichern. Das ist ein Gemeinsames. Griebler sagt dazu etwas, das mir wichtig ist: Man solle jeden Einzelnen mitnehmen, aber die Verantwortung für die großen Fragen nicht an den Einzelnen auslagern. Kürzer duschen ersetzt keine Politik. Und Politik ersetzt nicht das, was jeder in seinem eigenen Bereich tun kann.

Warum ich es teile

Entscheidungen werden besser, wenn sie auf guter Information stehen - nicht auf Bauchgefühl und nicht auf dem, was gerade am lautesten ist. Das gilt bei der Wahl einer Versicherung genauso wie bei der Frage, wie wir mit unserem Wasser umgehen.

Dieses Gespräch ist gute Information. Ruhig geführt, sachlich, ohne Panikmache und ohne Beschönigung. Griebler sagt klar, was gesichert ist, und ebenso klar, wo er kritisch ist - auch gegenüber der Politik.

Eine Handlungsanleitung habe ich nicht anzubieten, und ich will niemandem sagen, was er zu denken hat. Ich möchte nur, dass diese halbe Stunde nicht an dir vorbeigeht. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung.

Hier der Link zum Originalvideo*

*Quelle: ORF, Interview mit Christian Griebler (Universität Wien) und Marlene Nowotny, 1. August 2026. 

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