Unfallbilanz 2025: Mehr Unfälle, höhere Kosten und Haushaltsunfälle bleiben größtes Risiko
18. März 2026
Die Zahl der Unfallverletzten in Österreich ist im Jahr 2025 erneut gestiegen. Insgesamt wurden rund 824.400 Personen nach Unfällen in Spitälern behandelt - ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Parallel dazu erhöhten sich auch die Behandlungskosten deutlich und lagen mit rund 2,98 Milliarden Euro um sieben Prozent über dem Wert von 2024.
Haushalt als häufigster Unfallort
Unverändert zeigt sich: Die eigenen vier Wände bergen das größte Risiko. Rund vier von zehn Unfällen passieren im Haushalt (334.500 Fälle). Dahinter folgen Freizeit und Sport (280.700), Arbeit bzw. Schule (111.400) sowie der Verkehr (97.800).
Auffällig ist insbesondere der Anstieg bei Sturzunfällen im Wohnbereich. Hier wurden 86.000 Verletzte gezählt - ein Plus von 21 Prozent. Besonders betroffen sind ältere Menschen. Auch bei Reinigungsarbeiten (+12 %), bei Tätigkeiten in Haus und Garten (+19 %) sowie beim Kochen (+18 %) kam es zu deutlichen Zunahmen.
Typische Verletzungen: Finger, Knie und Knöchel
Über alle Unfallarten hinweg zählen Fingerverletzungen zu den häufigsten (102.200 Fälle), gefolgt von Verletzungen am Knie (72.200) sowie an Knöcheln und Fußgelenken (70.900).
Im Sportbereich steht das Knie mit 28.600 Fällen an erster Stelle. Auffällig ist zudem ein Anstieg von Kopfverletzungen, die mittlerweile bei mehr als fünf Prozent der Sportunfälle dokumentiert werden.
Unterschätzte Risiken bei E-Bike und E-Scooter
Ein besonderes Augenmerk gilt Unfällen mit Fahrrädern, E-Bikes und E-Scootern. Hier wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen, da viele Alleinunfälle nicht polizeilich erfasst werden. Gleichzeitig zeigen die verfügbaren Daten einen überdurchschnittlich hohen Anteil an schweren Verletzungen, insbesondere im Kopfbereich.
Ältere Menschen besonders betroffen
Die Analyse nach Altersgruppen zeigt eine klare Entwicklung: Jeder dritte Unfall betrifft mittlerweile Personen über 65 Jahre. Mit 266.100 Verletzten wurde in dieser Altersgruppe ein neuer Höchststand erreicht (+5 %).
Während die Zahlen bei Kindern und Jugendlichen leicht rückläufig sind, steigt die Zahl der Unfälle bei Erwachsenen zwischen 25 und 64 Jahren moderat an (+4 %). Die Entwicklung bei älteren Menschen ist auch im Kontext des demografischen Wandels zu sehen: Ihr Anteil an der Bevölkerung wächst kontinuierlich.
Einordnung und Bedeutung
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen zwei zentrale Aspekte:
• Unfallrisiken verlagern sich zunehmend in den privaten Bereich
• Die alternde Bevölkerung beeinflusst das Unfallgeschehen spürbar
Für die Praxis bedeutet das: Prävention im Alltag - insbesondere im Haushalt und im Umgang mit neuen Mobilitätsformen - gewinnt weiter an Bedeutung. Gleichzeitig steigt die Relevanz von Absicherungslösungen, die sowohl häufige Alltagsunfälle als auch deren finanzielle Folgen berücksichtigen.
Mögliche Ansatzpunkte zur Risikoreduktion (Überblick)
• Sturzprävention im Wohnbereich (Beleuchtung, Stolperfallen, Hilfsmittel)
• Bewusster Umgang mit Tätigkeiten im Haushalt und Garten
• Schutzmaßnahmen im Sport (z. B. Helm, Schutzausrüstung)
• Sensibilisierung für Risiken bei E-Bike und E-Scooter
Eine detaillierte Bewertung individueller Risiken und passender Absicherung erfordert immer eine persönliche Betrachtung im Einzelfall.
Quelle: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV)